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Dienstag, 5. Februar 2013

kalte Kabel

Mein Kopf schmerzte als ich aufwachte und an meiner Stirn fühlte ich kalte Kabel kleben. Warte. Sie waren in meinem Kopf hineingesteckt. Ich zog sie panisch mit einer Handbewegung heraus und rollte mich ängstlich weg. Einen Moment später verdunkelten lange Haare die Sicht auf die Steindecke und graue Augen, die einem weichem Gesicht gehörten guckten an mir vorbei. Das junge Mädchen schien blind zu sein. Hände betasteten mein Gesicht. „Ich habe mir einen Mörder immer anders vorgestellt.“, verriet ihm eine zarte Stimme.

„Ich habe niemand umgebracht!“, erwiderte ich empört, in keinem leisen Ton, worauf sie zusammen zuckte und nichts erwidern wollte. Irgendwie tat sie mir Leid, wie die braunhaarige, blasse Schönheit mit einem langen weißen Kittel bekleidet, dort auf dem Betonblock zusammen gekauert saß. Ich fuhr über meine Stirn und merkte, dass dort metallische Anschlüsse waren. Mich bestechlich, das Gefühl, dass das nicht normal ist.

„Es tut mir Leid, aber so etwas hört man nicht gern, wenn man neben einer fremden Frau aufwacht“, versuchte ich zu scherzen und merkte das das sie Stimmung nicht gerade auflockerte. Ich musterte den Raum und muss leider zugeben, dass ich nicht viel ausmachen konnte, weil das Licht nur durch einen Schlitz aus einer metallischen Tür viel. Der Raum war quadratisch aufgebaut mit einer Länge und Breite von 4 Metern, von denen kaum noch etwas freier Platz übrig blieb, weil die zwei Betten nur noch einen schmalen Spalt übrig ließen, in dem ich vorher hinein gerollt war. Das Kopfende der Betten war mit bunten Kabeln verziert und die Wände die mich umgaben waren aus Beton gegossen. Angst musste meiner Rationalität weichen und ich analysierte die Lage erfolglos.
So beschloss ich mit der Unbekannten zu sprechen und ein ungestümer Haufen Fragen entwich meinem Mund:

„Wo bin ich? Was sollen die Kabel? Und warum bin ich ein Mörder? Wer bist du?...“ Sie unterbrach meinem Wortschwall mit einer jetzt kalten emotionslosen Ader, die ich nicht erwartet hätte:
„Du bist Gefangener im Block C. Sie wollten dein Hirn hacken. Naja man begibt sich bestimmt nicht freiwillig in einem Block mit Dieben und Schmugglern?“
„Block C? Ich verstehe nicht. Ist das ein Gefängnis?“, fragte ich unglaubwürdig. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass ich etwas verbrochen hatte. Ich konnte mich ohnehin an nichts erinnern. Sogar an meinem Namen nicht, das schockierte mich ohne das ich genau wusste warum.
„Nein ein Wohnblock, das von einem Warlord regiert wird. Dein kybernetisches Gehirn scheint einen Defekt zu haben. Funktionieren deine Psykräfte noch?“, wollte sie nun von mir wissen und ein ungutes Gefühl beschlich mich bei der Sache.

Sie führte etwas im Schilde, aber ich wusste nicht was. Warlords? Kybernetische Gehirne? Psykräfte? Warum erzählte sie mir so ein Müll. All das hörte sich so an, als könnte es einem schlechten Film entsprungen sein. Vielleicht verstand ich auch einfach nicht, aber daran dachte ich in dem Moment nicht. „Ja klar und wenn ich mich auf die Tür konzentriere und denke, das eine sie jemand sie öffnet, dann öffnet sie sich. Na klar!“, sagte ich mit triefender Ironie, dachte aber im gleichen Moment daran und die Tür öffnete sich von selbst. Verdutzt guckte ich in den weiten grauen Gang in dem keine Menschenseele schien.

„Gut, dann gehen wir also?“, fragte sie rhetorisch und hielt sich an meinem Arm fest. Es war ein seltsames Gefühl. Ich tapste eine Weile vorsichtig durch die Gänge, bis ich vor einer Tür stehen blieb  von dem man ein Gespräch hören konnte.

„Glaubst du, dass er ausbrechen kann? Sein Signal ist schon seit einer halben Stunde gekappt.“
 „Nein. Er ist allein. Sein Hirn wurde fragmentiert und es ist abgeschlossen. Es ist eine Stahltür. Zu schwer um sie mit Psy zu öffnen.“
„Ich habe mit ihm trainiert. Er hat drei Legals abgewehrt, während er den 5 Kilo Nano mit Psy außer Kraft setzte."
“Fraaagmentiiiert! Weißt du was das heißt? Er wird wie seelenlos dort liegen und nicht wissen, wie er die Hände oder Füße bewegen kann. Alle Informationen wurden umgepolt, sodass er nicht weiss wo er sie finden…“

Der Herr wurde von der Blinden unterbrochen und ich zuckte zusammen, weil ich dachte sie würden uns bemerken, aber die Wächter sprachen weiter als wäre nichts.
„Können wir jetzt weiter? Das sind nur zwei? Ich möchte in Block D“, gab sie von sich.
Mein Zeigefinger auf ihren Lippen hielt sie nicht davon ab weiter zu sprechen, aber diesmal in einem kühleren Tonfall, der schon gar herrisch wirkte:
„Merkst du nicht, das sie mich nicht hören. Jetzt mach schon.“ 

Ich dachte, wie ich mich an sie heranschleichen konnte und plötzlich stand ich hinter dem Söldner, obwohl uns zuvor eine Tür und Mauer getrennt hat. Die Verwirrung, die dadurch in mir ausgelöst wurde, vermieste mir den Überraschung Effekt und mit leeren Worthülsen zückten die blau Uniformierten ihre Stoßdegen und schlugen auf mich ein. Ich konnte den ersten Schlägen entgehen und packte dem näherstehenden an der Schulter. Meine Finger zuckten, wie von selbst und der Mann fiel zu Boden. Ich guckte ihn an und wollte wissen ob er noch lebte. Ich machte mir Sorgen. In der Sekunde in er ich realisierte, dass er noch atmete bekam ich einen Schlag auf den Rücken…

Kommentare:

Noemi Krebs hat gesagt…

hay, habe mich sehr über deine rückmeldung gefragt :) ich werde bald mal einen kleinen post verfassen, es stehen demnächst eh wieder meisterschaften an. du hast hier wirklich einen interessanten blog. finde ich echt spannend!

Nirasavetheworld hat gesagt…

schreib doch bitte mal ein Buch. Du wärst dann sofort mein Lieblingsschriftsteller ♥
Mal wieder sehr gelungen ^^